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Das Leben betrachtet
als ein cha(i)risma.

Ein Leben voller Stühle -ein Leben mit Stühlen, aber ist für uns ein Leben ohne Stühle vorstellbar? Der Mensch braucht den Stuhl. Er ist ein zweckbestimmter Gegenstand, ohne den unser Lebenszyklus in anderen Dimensionen ablaufen würde.

Wir sitzen ein Großteil unseres Lebens. Wir sitzen fast immer und überall, beim Essen, beim Warten, beim Arbeiten, im Parlament, im Auto, im Freien... Stühle sind für uns eine Notwendigkeit, sie gehören zum Alltag und zum täglichen Erscheinungsbild. Der Stuhl ist ein Wegbereiter des Menschen, der unser Leben verändert, indem er Einzug in sämtliche Kulturbereiche hält. Auch dort, wo er zunächst nicht existierte, wird er als ein Relikt der Zivilisation "herzlichst" aufgenommen.

Ein Stuhl sagt uns aber noch viel mehr. Beim genaueren Betrachten stellen wir fest wie eng er an den Menschen gebunden ist. Es ist die Rede vom Lieblingsstuhl, jeder hat seinen festen Platz, seinen bevorzugten Stuhl. Dieses Verhalten, sich am Gewohnten zu orientieren, verstärkt seine Bedeutung für uns. Demzufolge steht nicht einzig seine Funktionalität im Vordergrund, sondern gleichzeitig der Ort seiner Platzierung. Es ist das Umfeld, dass uns eine bestimmte unmissverständliche Information über den Stuhl gibt. Gleich einer Botschaft kommt der Stuhl an dem Platz zu seiner Aussage. Geprägt wird dieser situative Kontext durch die jeweilige Person, die dort "zu Hause" ist oder war. Denn Stühle haben durchaus eine Geschichte ohne die Anwesenheit des Menschen. Dabei geht es nicht so sehr um die historische Herkunft und stilistische Festlegung als ein geschichtsträchtiger Beweis, sondern vielmehr um die individuellen Inhalte als ein Tribut an den Stuhl. Diese Atmosphäre einzufangen gibt den Blickwinkel vor. Sicherlich liegt der Reiz in der Personifizierung des Stuhls.

Der Stuhl (in persona)als Person hat viele Gesichter, die als Ganzes, im Detail oder in imaginären Illusionen zum Ausdruck kommen. Das Resultat ist ein Gleichnis mit unserem Leben. Realität und Vision stehen als Gegenpole, die in einem gegenseitigen Wechselspiel unseren Weg beschreiben. Wir leben in dem Traum auf die Hoffnung.Der Stuhl ist ein Bestandteil dieses Zyklus, obwohl es sicherlich wenige gibt, die dem Stuhl eine derartige Stellung einräumen.

Der Stuhl hat unsere Sichtweise verändert, er ist schon über Jahre unser Wegbegleiter.

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